Fame/Fake/Fail and Fear – Schwarze Melange & Fotografie 2

WUK

 

Dass das WUK Gefahr läuft, zugesperrt zu werden, haben vermutlich mittlerweile alle schon einmal so vage gehört. So düster wird es aber hoffentlich nicht kommen, wäre es doch um diesen für Wien einzigartigen Ort und fixen Bestandteil extrem schade.

Künstlerisch jedenfalls gibt es derzeit zwei eindeutige Lebenszeichen, bzw. war Fotografie 2 leider nur zwei Tage lang zu sehen. Es ist nämlich nicht leicht, in der Bilderflut der heutigen Zeit Fotografie auszustellen. Hier aber ging es direkt in die Fotografie, ihre Parameter und Bestandteile, ihre Ursubstanz, wenn man so will, hinein: es ging um Licht und Zeit, Entstehen und Vergehen, das Material und den Bildinhalt. Stellvertretend für die Ausstellung mit Beiträgen von Boris Jawecki, Ulrike Königshofer, Harald Mairböck, Heinrich Mathes und Claudia Rohrauer sei hier die Arbeit „one.day.light, 21.12.2018“ von Harald Mairböck herausgegriffen, in der die Menge Licht, die über einen Tag an einer bestimmten Stelle in einem Raum auf eine von vier Kameras trifft, aufgefangen, und quasi als ein Bild/ ein Moment wiedergegeben wird.

Das zweite Zeichen ist „Fame/Fake/Fail and Fear – Schwarze Melange“, kuratiert von Eleni Kampuridis, mit Arbeiten von  Christian Bazant-Hegemark, Baptiste El Baz/ Konrad Kager, Kamen Stoyanov, Gabriele Sturm, dem Zentrum für politische Schönheit, Sissa Micheli, Martina Montecuccoli, Eleni Kampuridis und Paul Poet. Diese Ausstellung trifft den politischen Nerv der Zeit; oder vielleicht müsste man eher sagen, sie bohrt ihn an. Die hier versammelten Werke hinterfragen den politischen Einsatz von Bild, Sprache und Inszenierung in einer Zeit, in der die Fakten ja leider immer wieder eher aus dem Bauch kommen, was wiederum zu einem großen Teil Bild, Sprache und Inszenierung geschuldet ist. Es handelt sich gewissermaßen um einen Versuch, einen Blick, bzw. mehrere Blicke, aus einer inneren Distanz auf diese Gemengelage zu werfen, eine kritische, visuelle Frage zu formulieren, und schließlich ein Bewusstsein zu schaffen, das anzustreben niemandem schaden würde.

 

Julia Maurer

 

 

 

 

 

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

 

Kunsthalle Exnergasse
WUK Werkstätten - und Kulturhaus
Währinger Straße 59, 2. Stiege, erster Stock
1090 Wien

 

 

www.wuk.at/kunsthalle-exnergasse/

 

 

 

 

 

Bildlegende:

1-7: Fototgrafie 2

1-3: Heinrich Mathes, 2&3: „Rural Monuments, Monument #14“ (& Detail), Silbergelatine auf Barytpapier, 2019

4: Harald Mairböck, „one.day.light, 21.12.2018“, Baryt Silbergelatineprints, je 50 x 50cm, Unikate

5: Ausstellungsansicht „Fotografie 2“, WUK Projektraum, 2019

6&7: Boris Jawecki, „Studie zu: Kornlupe“, 2018 (&Detail)

8-15: Fame/Fake/Fail and Fear – Schwarze Melange

8,9,11&14: Ausstellungsansichten „ Fame/Fake/Fail and Fear – Schwarze Melange“, Kunsthalle Exnergasse, 2019

Arbeiten von: 10 Arbeit von Kamen Stoyanov

12: Baptiste El Baz und Konrad Kager

Header, 13: Christian Bazant-Hegemark, „VR", 140x250cm, 2019 – Für seine Arbeiten hat Christian Bazant-Hegemark ein Programm zur generativen, algorithmischen Abstraktion entwickelt, mit dem er fotojournalistische Bilder dritter appropiiert und weiter be- und verarbeitet, wie in diesem Fall ein Photo von Anthony Devlin von einem anonymen Flüchtlingskind im Auffanglager Calais.

14: Martina Montecuccoli „pas un drapeau“