Mark Rothko

KHM

 

Nach Bruegel zeigt das Kunsthistorische Museum nun die nächste aufsehenerregende Ausstellung: erstmals in Österreich sind Mark Rothkos Bilder umfassend ausgestellt.

Natürlich sind einige der Malereien, für die Rothko bekannt ist, dabei – leuchtende, schwebende Farbflächen, die gewissermaßen eine metaphysische Schwingung ausstrahlen. Es kommt wirklich selten vor, dass Museumsbesucher so lange und entspannt konzentriert in den Sälen bleiben; es ist egal, was man in diesem Moment mitbringt, Rothko führt einen wieder auf das Essentielle, das Universelle zurück. Wie wenige andere Künstler jedoch schwebt Mark Rothko in großer Gefahr, von einem Publikum, das Kunst eher nicht so super findet, vorgeworfen zu bekommen, dass man diese Bilder auch selber malen könne. (Zumindest entsteht dieser Eindruck, wenn man die Kommentare unter so manchem Zeitungsartikel liest, was man aber vielleicht besser eh nicht tun sollte.) Kann man aber eben nicht. Aus der Entfernung sehen die Bilder wie Farbflächen aus, geht man aber näher hin, sieht man die vielen fast transparenten Farbschichten, Strukturen, Unschärfen, Bewegung. Was mitunter auch ein Grund ist, warum diese Bilder nicht zufriedenstellend in Katalogen reproduziert werden können. Um Mark Rothko selbst zu zitieren: „Ein Gemälde ist kein Bild einer Erfahrung – es ist eine Erfahrung.“

Der erste Saal der chronologisch aufgebauten Ausstellung widmet sich logischerweise dem Frühwerk. Und es ist wirklich erstaunlich, wie Mark Rothko von den frühen Bildern in eher schlammigen Tönen und im Zeichen der Kunstströmungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts innerhalb relativ kurzer Zeit bei Abstraktion und ätherischen, klaren Farben angekommen ist.

Wie gesagt, man muss es sich selber anschauen.

 

Julia Maurer

 

 

 

 

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

 

Kunsthistorisches Museum Wien
Maria-Theresien-Platz
1010 Wien

 

www.khm.at

 

 

 

 

 

Bildlegende:

1: Mark Rothko (1903-1970) No. 2, 1947, Öl auf Leinwand, 145,4 × 122,4 cm, © 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019 © Foto: National Gallery of Art, Washington, D.C.

2: Mark Rothko (1903-1970) No. 16 (Red, White and Brown), 1957, Öl auf Leinwand
252,2 × 207 cm © 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019 © Foto: Kunstmuseum Basel

3: Ausstellungsansicht © 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/Bildrecht, Wien, 2019, Foto: KHM-Museumsverband