Two Hearts

Marina Abramovic

 

Ich habe ein Weilchen überlegt, ob ich hier über die Marina Abramovi?-Ausstellung in der Galerie Krinzinger schreiben soll, weil ihre Eröffnung letzte Woche sicher von keinem, der sich für Kunst interessiert, unbemerkt geblieben ist. Aber dann geschieht es ja auch nicht dauernd, dass ein richtiger Kunst-Superstar in Wien ausstellt, und noch dazu nicht in einer großen Institution, sondern in beinahe intimen Rahmen, in einer Galerie.

Es liegt auch nicht an mir, etwas über die Arbeiten einer Künstlerin zu erklären, die schon zu ihren Lebzeiten zu Referenzpunkten der Performance-Kunst geworden sind. (Das wäre bei keinem Künstler - keiner Künstlerin egal welchen Bekanntheitsgrads der Fall, aber sei es nur noch einmal betont.)

Trotzdem: Worum geht’s nun also in „Two Hearts“? Marina Abramovi? lotet in diesem Schaffenskreis, knapp formuliert, Dualitäten aus: innen und außen, das Ich mit sich selber, jung und alt, Frau mit Frau. Damit ist aber noch nicht alles gesagt, denn wer sich mit zwei Gegenübern beschäftigt, dem tun sich auch die Zwischenräume auf. Das klingt, so lapidar hingeschrieben, vielleicht für manche esoterisch. Die Strenge der Form und Konzeption der Arbeiten erzählt dies aber in einem ganz anderen - härterem, neutralerem – Licht.

Marina Abramovi?s hier gezeigte Arbeiten sind vielleicht nicht grenzgängerisch in dem Sinne, dass sie sich in Lebensgefahr bringt. Dafür sind sie grenzüberschreitend in einem inneren Sinn.

Julia Maurer

 


Informationen zum Veranstaltungsort:

Galerie Krinzinger
Seilerstätte 16
1010 Wien

www.galerie-krinzinger.at

 

Bildlegende:

Header: Study for a Monument 1-4, silver gelatin print, 2018

1 & 2: Self Portrait with Quartz Crystal, salt and quartz crystals, 2018

3 & 4: v.l.n.r. Miracle 2; Miracle 4; Miracle 3; Chromogenic print, LED light box, wooden frame, 2018 Photo (4: Astrid Rausch)

5: v.l.n.r. Miracle 1; Portrait with a Goat Head; Chromogenic print, LED light box, wooden frame, 2018

6: Portrait with a Goat Head, Chromogenic print, LED light box, wooden frame, 2018 (Photo: Astrid Rausch)

7: Me and Me II, silver gelatin print, 2008