Marcia Hafif

Galerie Hubert Winter

Etwas beeilen muss man sich, möchte man Marcia Hafifs (1929 – 2018) Ausstellung in der Galerie Hubert Winter noch besuchen.

Freunden des amerikanischen Minimalismus ist sie durch ihre monochrome Malerei wohl ein Begriff, doch erstreckte sich ihr Arbeits- und Denkkreis viel weiter - ihr künstlerisches Schaffen beeinhaltet auch graphischere Arbeiten, Videos, Photographien und Performances, lässt sich also nicht auf einen Begriff reduzieren. Vor allem am Beispiel ihrer Malerei allerdings lässt sich das philosphische Spektrum ihrer Arbeit gut greifbar machen: zum einen wäre da die objekthafte Seite des Bildes, taktil, visuell, rentina; gleichzeitig ist es aber auch ein historisches Statement und Ergebnis einer Denkweise. Der Vorgang des Malens selbst diente keiner Intention mehr, sondern wurde zur “Intention selbst”. Man könnte also sagen, das Marcia Hafifs Bilder sowohl die sichtbaren als auch die unsichtbaren Facetten und Elemente der Malerei behandeln, als Anleitung zu einer luzideren Wahrnehmung, die Dinge gesondert betrachtet, um sie dann, bewusster, in Verbindungen zu setzen. Genauso wie auch keines ihrer Werke für sich betrachtet werden kann, sondern nur iesamtheit ihres Schaffens.

Diese Ausstellung nun ist die erste posthume Auswahl von Arbeiten Marcia Hafifs in der Galerie Winter.

 

 

 

Julia Maurer

 

 

 

Informationen zum Veranstaltung:

Galerie Hubert Winter

Breite Gasse 17

1070 Wien

 

 

 

Webseite:

www.galeriewinter.at

 

 

 

Bildlegenden:

Header, 2: Marcia Hafif, “Vienna Suite I”, 1998, b/w photographs, 25,4 x 20,3cm. “Vienna Suite”, 1999, video, sound, 20min, Galerie Hubert Winter, Wien 2020

1: Marcia Hafif, “The Grill”, 1998, 7 silver gelatin prints on baryta, 24 x 35cm, Galerie Hubert Winter, Wien 2020

3: Marcia Hafif, “Ink Drawing: Pelican Drawing Ink (May 21. 1975)”, 1975, ink on paper, 77 x 66cm, Galerie Hubert Winter, Wien 2020

4, 5, 6: Ausstellungsansichten, Marcia Hafif, Galerie Hubert Winter, Wien 2020