„Maximal Soft“

Liesl Raff

Ja, ich weiß, erst unlängst wurde an dieser Stelle über eine Ausstellung in der Galerie von Sophie Tappeiner berichtet. Wenn man sich aber eben für junge, fundierte Kunst interessiert, ist man mit einem Besuch bei ihr eigentlich immer gut beraten.

So auch mit Liesl Raffs erster größeren Galerie-Einzelpräsentation „Maximal Soft“. Die Arbeiten der gebürtigen Stuttgarterin sind abstrakt, und vielleicht ein bisschen verspielt, wie beispielsweise die beiden zentral positionierten Tische „Eyes 1“ und „Eyes 2“ in Form weinender Augen. Man würde so etwas an und für sich in gefährlicher Nähe zum Kitsch vermuten, wären sie nicht aus Stahl und Stahlblech. Generell sind die Hauptelemente von Liesl Raffs Kunst, abgesehen natürlich von Parametern wie Größe und Form, Materialitäten und Beschaffenheiten der verwendeten Bestandteile. Obwohl die Arbeiten aus „kaltem“, industriellem Material wie Stahl, Silikon und Epoxidharz bestehen, wohnt ihnen Wärme und etwas sehr sympathisches inne, als hätten sie sich, denkt man an den Ausstellungstitel, möglichst weich gemacht.

Der Text zur Ausstellung spricht von Freundschaft und den Spuren, die sie hinterlässt – zuerst intermateriell, im übertragenen Sinne zwischenmenschlich. Liesl Raffs Werke bringen in dieser Überlegung auf unpathetische Art und Weise neue Aspekte zum Vorschein.



Julia Maurer




Information zum Veranstaltungsort:

Sophie Tappeiner
An der Hülben 3
1010 Wien

www.sophietappeiner.com




Bildlegende:

Header: Ausschnitt aus „Hanging“ 2017, Latex, Stahl, Silikonöl, Dimensionen variabel
1 & 2: Ausstellungsansicht Liesl Raff „Maximal Soft“
3: Twist 1, 2017, Latex, Stahl, Epoxidharz, 14 x 15 x 15cm, Latex variabel
4: von links nach rechts: Head 2, 2017, Stahlblech, Silikonöl, 42 x 38 x 11cm; Head 3, 2017, Stahlblech, Farbe, Silikonöl, 29 x 37 x 11cm; Hanging, 2017, Latex, Stahl, Silikonöl, Dimensionen variabel