Jan Van Eyck - als ich can

Der August mit seinen großteils geschlossenen Galerien ist eine ganz gute Zeit, um sich Ausstellungen anzusehen, die man sonst vielleicht links liegen gelassen hätte. So wie beispielsweise in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums „als ich can“ mit Gemälden von Jan Van Eyck. Gleich zu Beginn sei gesagt: groß ist die Ausstellung nicht! Aber immerhin sind drei von bloß 20 erhaltenen Bildern des niederländischen Malers (ca. 1390 – 1441) zu sehen, mit ausführlichen Informationen und ein paar anderen Werken aus Van Eycks Umfeld, sowie Gegenständen, die die Atmosphäre der Zeit näher bringen (wenn man die Kasel eines Messornats so bezeichnen kann).

Der für mich interessanteste Punkt war aber die Tatsache, dass Jan Van Eyck seine Bilder signiert hat, wodurch der Künstler ja eindeutig als Person und Persönlichkeit in Erscheinung tritt, und was er als vermutlich erster Maler nördlich der Alpen getan hat. Auch sein Wahlspruch „als ich can“ (so gut wie ich kann – aber nicht so gut wie ich es gerne hätte) gibt ihm als individuellen Werkschaffendem eindeutigere Konturen als seinen Vorgängern. Vielleicht ist es nur meine Phantasie, aber ich finde doch, dass das eine ziemlich beachtliche Hinwendung zur Moderne ist, oder?

(bis 20.Oktober 2019)

Julia Maurer

 

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

 

Kunsthistorisches Museum

Maria-Theresien-Platz

1010 Wien

 

Di – So, 10 – 18 Uhr
Do, 10 – 21 Uhr


Juni bis August und während der Sonderausstellung Caravaggio & Bernini, 15. Oktober bis 19. Januar 2020, täglich geöffnet

 

 

 

Website:

www.khm.at

 

 

Bildlegende:

Header, 1, 2, 3: Ausstellungsansicht „als ich can“ 2019 © KHM Museumsverband