Hitze

Anna Schachinger

Um eine Eröffnung ist die Ausstellung Corona-Krisen-bedingt zwar umgefallen, aber begonnen hat sie doch: In den Bildern von “Hitze” in der Galerie von Sophie Tappeiner setzt sich Anna Schachinger mit der menschlichen Psyche und Körpern (dem Text nach in erster Linie weiblichen Körpern) auseinander - aber unter verschärften Umständen, nämlich in der Sauna.

Nackte Weiblichkeit darzustellen ist nicht einfach. Anna Schachingers Figuren wirken lustvoll aber nicht ausgestellt; sie sind zusammen, und, als würde die Hitze die Flächen auflösen, miteinander verflochten und verwoben, wobei sie ein klein wenig an Daniel Domigs Bilder erinnern, wohingegen aber Anna Schachinger diese Verflechtungen viel graphischer ausführt. Die Beobachtungen und gedanklichen Fortführungen sind in warmer Palette und gedämpften Tönen gehalten - zusammen mit der Darstellungsweise der Figuren findet die Ästhetik Anklänge an den pragmatischen Frauenbildern des sozialistischen Realismus der 60er und 70er Jahre, wäre diese Strömung denn fröhlich und tumultuös gewesen.

Wer Anna Schachingers Keramiken in “Pensive State” letztes Jahr (auch bei Sophie Tappeiner, und zusammen mit Irina Lotarevich) mochte, findet jedenfalls bei “Hitze” eine schöne malerische Weiterführung.

 

 

 

 

Julia Maurer

 

 

 

 

Informationen zum Veranstaltung:

Galerie Sophie Tappeiner

An der Hülben 3

1010 Wien

 

 

 

Webseite:

www.sophietappeiner.com

 

 

 

 

Bildlegenden:

Header, 1: Anna Schachinger, “Kümmernd/ Müde/ Gelbe/ Kontrolleure”, 2020, Öl auf Leinwand, 56 x 66cm

2, 3: Ausstellungsansicht, Anna Schachinger “Hitze”, Galerie Sophie Tappeiner, Wien 2020

4: Anna Schachinger, “Redebedürfnis” 2020, Öl auf Leinwand, 180 x 150cm

5: Anna Schachinger, “Fahne/ Ananasaufguss”, 2020, Öl auf Leinwadn, 56 x 42cm