Goldkind

Christy Astuy


Christy Astuy zeigt in der Galerie Jünger Malerei, Graphik und zwei Paravents der letzten drei Jahre.
In ihren Bildern bedient sich die in Kalifornien geborene und seit 1980 in Wien lebende Künstlerin wild und frei aus der westlichen Kunstgeschichte: sie verwendet Elemente und Ideale aus Bildern alter Meister (besonders aus der Malerei des Trecento, aber auch Picasso finden wir beispielsweise wieder), kombiniert sie mit Gegenständen unserer Zeit, und fügt ihnen auch eine psychologische Ebene hinzu, indem sie sich selbst mit in die Bilder malt, sei es bloß als ihr Mund, sei es als richtiges Selbstporträt.

Erstmals zu sehen sind ihre iPad-Zeichnungen. Hierfür hat Christy Astuy ein Verfahren entwickelt, in dem sie auf dem iPad collagiert und zeichnet, das Ergebnis ausdruckt, und dann weiter überarbeitet; ein Prozess, der ihre Arbeitsweise vielleicht am besten beschreibt.
Ihre Bilder, die - neben der Anlehnung an die italienische Malerei - auch durch die graphische Malweise und das Gold, das sich immer wieder auf ihnen findet, etwas ikonographisches und sakrales haben, wirken jedoch nie erstarrt oder gar verkrustet: Christy Astuy zitiert ihre Motive sozusagen in die Gegenwart und lässt so neue und zeitgenössische Assoziationsmöglichkeiten entstehen.

Nicht allein die Dynamiken unserer heutigen Gesellschaft betreffend; nein, ich finde, dass sie es schafft, auch den „alten“ Bildern etwas zu geben, das unsere Betrachtung von ihnen erfrischt.


Julia Maurer





Informationen zum Veranstaltungsort:

Galerie Jünger
Paniglgasse 17A
1040 Wien

www.galerie-juenger.at

 



Bildlegende:

Header: Ausschnitt aus „Ich heirate mich selbst“
1: Ausstellungsansicht (links: motherly love, rechts: 3 white birds)
2: Ansicht Paravent
3, 4, 7: Ausstellungsansichten
5: Muse Garden
6: Annunziazione