Every Line Tells Its Own Story

Athanasios Argianas, Cornelia Baltes, Clare Gasson, Rowena Hughes, Charlotte Klobassa, Yorgos Stamkopoulos


Der erste Eindruck wenn man „Every Line Tells Its Own Story“ in der noch jungen Galerie Nathalie Halgand betritt ist sehr gewinnend, frisch und hell. Ein Eindruck der wohl durch die Unaufdringlichkeit der Werke (eine Linie ist selten eine Dampfwalze) und ihre inhärente Poesie entsteht.

Die einzige Arbeit in der eine Linie konkret, mit Worten, eine Geschichte erzählt ist auch mein persönliches Highlight. Nämlich Athanasios Argianas „Song Machine“:
eine Art minimalistisches Sessel- oder Trägergerüst aus Stahl um das sich ein bronzenes Band schlingt, in welches ein Lied oder, wie der Text zur Ausstellung vorschlägt, ein Gedicht geätzt ist.

Die Erzählungen der anderen Linien weisen somit eher ins Unbegriffliche Non-Verbale wie zum Beispiel Yorgos Stamkopoulos 3D-Stahllinie. Clare Gasson wiederum hat nicht nur mit einer roten Linie aus Lippenstift die Galerie geteilt, sondern bringt durch einen geflüsterten Text („A thousand times – around 3000 years – April 2012 – a sound studio performance“) auch eine akustische Linie ins Spiel die, wenn man sich das so vorstellen möchte, die Räume – leise aber doch – wieder vereint.

Eine insgesamt schöne Ausstellung, die jedoch in den malerischen Beiträgen vielleicht ein bisschen zu luftig bleibt.


Julia Maurer



Informationen zum Veranstaltungsort:

Galerie Nathalie Halgand
Stiegengasse 2/3
1060 Wien

 

Fotolegende:

Header: Ausschnitt aus Charlotte Klobassa, scribble 8, Öl auf Leinwand, 2016
1.: von links: Athanasios Argianas „Song Machine“; Rowena Hughes aus der Serie „Wrung or Pressed Against“
2.: von links: Yorgos Stamkopoulos; Charlotte Klobassa „scribble 3“, Öl auf Baumwolle, 2015
3.: von links: Charlotte Klobassa „scribble 3“, Öl auf Baumwolle, 2015; Cornelia Baltes