Clarisse S. Praun, Noémi Kiss, Banafsheh Rahmani

Galerie Wolfrum

Die Galerie und Kunsthandlung Wolfrum zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung Arbeiten von drei Künstlerinnen, die jeweils zum Teil aus unterschiedlichen Generationen und/ oder Kulturräumen stammen, deren gemeinsamer Nenner hier aber sozusagen das „Liquide“ ist.

Im Untergeschoss sieht man mittelformatige Malereien der im vergangenen Jahr verstorbenen Clarisse S. Praun. Die Bilder besitzen eine recht eindrückliche und meistens kräftige Farbigkeit, und obwohl sie in Öl gemalt sind, sind sie von großer Fluidität und haben etwas leichtes, fast schillerndes.

Im ersten Stock gibt es Aquarelle von Banafsheh Rahmani und Teppicharbeiten von Noémi Kiss zu sehen. Rahmani, die ursprünglich aus dem Iran stammt, geht es in ihren Arbeiten um die Lust. Und die setzt sie dann auch ziemlich wörtlich um, denn manche der Aquarelle haben (man könnte fast sagen) pornographischen Inhalt, was wiederum in starkem Kontrast zu ihrer zarten und wolkigen Umsetzung steht.

Erneut ganz anders sind die Arbeiten von Noémi Kiss, die ausgeschnittene oder ausgebrannte Teppichfragmente in Form von Flecken oder kleinen Malheurs zeigt; nur viel, viel größer. Die Künstlerin, die auch Architektin und Philosophin ist, verändert und -fremdet in ihren Werken öfter Alltagsgegenstände (und lässt wie beispielsweise bei „Spitze und Beton“ ein Spitzendeckerl sehr bedrohlich werden). In der hier gezeigten Werkreihe behandelt sie auf humorvolle und leichte Weise menschliche Missgeschicke.

Julia Maurer

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

Galerie Wolfrum
Augustinerstraße 10
1010 Wien

www.wolfrum.at

Bildlegende:

Header: Detail Clarisse S. Praun „Versunken im Eis“, 80 x 80cm, Öl auf Leinwand

1 & 2: Banafsheh Rahmani, o.T., Aquarelle

3: Ausstellungsansicht

4: Noémi Kiss „Schokoglasur“, ausgeschnittener Teppich

5: Noémi Kiss „Liquid Carpet“, runder Teppich, ausgebrannt

6: Clarisse S. Praun „o.T.“, 80 x 180cm, Öl auf Leinwand

7: Clarisse S. Praun „Exotisch“, 90 x 110 cm, Öl auf Leinwand