Assemble: Wie wir bauen


Im Wiener Architekturzentrum läuft derzeit die erste größere Querschnittsausstellung durch das Schaffen des jungen Architektenkollektivs Assemble. Bereits 2015 wurde das zumeist 18-köpfige Team, nur fünf Jahre nach seiner Gründung, mit dem Turner Prize ausgezeichnet. Denn die Entwürfe und Realisierungen der Gruppe sind sehr facettenreich: ökonomisch und nachhaltig, oft unter Miteinbeziehung bereits vorgefundenen Materials und dessen Schönheit hervorhebend, sind sie andererseits sehr poetisch und besitzen einen fast fluktuierenden Charakter. Das herausragendste Merkmal aber ist ihr sozialer Ansatz. In beinahe allen Projekten werden die Bewohner der betreffenden Gebäude und Gebiete miteinbezogen, sowohl in den Gestaltungs- als auch den Bauprozess. Oft findet das an sozialen Brennpunkten statt wo ganze Viertel dem schleichenden Verfall überlassen wurden. Es entsteht der Eindruck, dass durch die Schaffung von gemeinsamen Werkstätten und Spielplätzen, Menschen wieder verstärkt in eine Gemeinschaft gebracht  und ihnen Mittel zu einem Weg aus einer Art Hilflosigkeit und Tristesse in die Hand gegeben werden. Der Gedanke dass gutes Design auch gute Menschen macht ist stark präsent.
Im Zuge der zweijährigen Gastprofessur Assembles an der TU Wien werden auch einige Ideen zur Auseinandersetzung mit dem Baustoff Ziegel gezeigt. Zusätzlich wurde im Hof ein Ziegelpavillon errichtet der als öffentliche Werkstatt und sommerlicher Treffpunkt fungieren soll.
Eine sehr motivierende Ausstellung!


Julia Maurer



Informationen zum Veranstaltungsort:

Architekturzentrum Wien
Museumsplatz 1
1070 Wien


www.azw.at

 

Fotolegende:

1. Die Ausstellung: Assemble. Wie wir bauen, 09, © Lisa Rastl
2. Granby Four Streets, 2015 und (wieder wichtig) © Assemble
3. Die Ausstellung: Assemble. Wie wir bauen, 10, © Lisa Rastl