Märzenbecher

Je nachdem, wie man es wahrnimmt, bewegen wir uns ein kleines bisschen, oder mit Riesenschritten, auf eine vorsichtige Normalität zu – und auch die Galerien beginnen wieder, ihre Tore zu öffnen. Natürlich kann man sagen, dass viele Leute jetzte andere, essenziellere und existenziellere Sorgen und Dinge im Kopf haben als die Kunst. Aber gerade sie kann uns zum Aufatmen verhelfen, zu einem Moment der Entspannung oder – ich mag dieses Wort zwar nicht, verwende es jetzt aber trotzdem – Inspiration. Und sehr gut passt zu diesem Thema die unfreiwillig unterbrochene und deshalb verlängerte Ausstellung “Märzenbecher” in der Galerie Wolfrum, steht ihr doch Frühling und somit Aufbruch auf die Fahnen geschrieben.

Die Ausstellung versammelt Arbeiten von acht KünstlerInnen (Christian Droste, Cristina Fiorenza, Ronald Kodritsch, Franziska Maderthaner, Karin Pliem, Hans Werner Poschauko, Deborah Sengl und Peter Sengl) die sich - wie der Titel schon eindeutig sagt – um Blumen und Florales drehen. Ein Thema also, das man so explizit behandelt in der zeitgenössischen Kunst nicht häufig findet, das aber in seiner Einfachheit und Vielfältigkeit sehr erfrischend ist. Besonders Cristina Fiorenzas Malereicollagen, die manchmal ein bisschen an den Stil Jean Cocteaus oder an die eine oder andere Zeichnung Picassos erinnern, bestimmen den Tenor der Ausstellung und geben ihr Leichtigkeit.

Im graphischen Kabinett der Galerie gibt es als eine Art Nuance zum malerischen “Märzenbecher” eine von Fritz Simak getroffene Auswahl von Photoarbeiten 13 KünstlerInnen, die auch florale und botanische Themen behandeln.

Vielleicht bricht der Frühling nun also auch für uns nicht nur meteorologisch an. Hoffen wir das jedenfalls!

 

 

 

Julia Maurer

 

 

 

Informationen zum Veranstaltung:

Galerie Wolfrum

Augustinerstraße 10

1010 Wien

 

 

 

Webseite:

www.wolfrum.at

 

 

 

Bildlegenden:

Header, 6: Ronald Kodritsch, “Punky Flowers”, Öl auf Leinwand, 2020

1, 4: Ausstellungsansichten “Märzenbecher”, Galerie Wolfrum, Wien 2020

2: Cristina Fiorenza, “A little Crooked a little Lopsided”, Mischtechnik auf Papier, 2020

3: Franziska Maderthaner, “Tulip Mania”, Öl und Mischtechnik auf Leinwand, 2020

5: Cristina Fiorenza, von links: “As cool as a Cucumber”, “A Palmtree over a Flower”, “Flower on the Jazz Singers Table”, alle Mischtechnik auf Papier, 2020