embrace for the worst

Daniel Domig

 

Nach dem Besuch seiner Ausstellung „embrace for the worst“ bei unttld contemporary kann man getrost sagen, dass das Malen Daniel Domigs natürliche Ausdrucksform ist. Vielleicht so, wie Vögel singen – obwohl man natürlich nicht sagen kann, ob und wieviel Kampf und Haareraufen hinter den einzelnen Bildern stecken. Sie hängen jedenfalls mit großer Selbstverständlichkeit an den Wänden der Galerie.

In wärmerer Farbgebung und offenerer Malweise als zuletzt kann man als Themen der Ausstellung Körperlichkeit, Verschmelzung und Transgression, bzw. das Be- und Hinterfragen von Beziehungen festsetzen - vor allem vor dem Hintergrund von Ausstellungs- und manchen Bildtitel. Domigs Malereien sind jedoch nicht so düster, wie diese Beschreibung hier suggerieren könnte, haftet ihnen doch auch etwas sympathisch läppisches, menschlich fehlerhaftes, sehr spielerisches an.

Als zusätzliches Extra-Kunstwerk, sozusagen, liegt ein Text des Schriftstellers Frank Ruf auf. In fünf Teilen oder kurzen Kapiteln erzählt er, vage an Daniel Domigs Bildern orientiert, die phantastische Geschichte von Phonika und Telemon, die neben der körperlichen noch mit ganz anderen Formen der Verschmelzung zu kämpfen haben.

 

Julia Maurer

 

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

unttld contemporary
Schleifmühlgasse 5

1040 Wien

 

http://www.unttld-contemporary.com/

 

Bildlegende:

Header: Ausschnitt aus „Remembership“

1: links: „the streets look somehow unfamiliar“, 40 x 30cm, Öl auf Leinwand, 2016; rechts: „Somewhere is Better than Anywhere“, 190 x 150cm, Öl auf Leinwand, 2017

2: „The end of easy ethics“, 200 x 170cm, Öl auf Leinwand, 2018

3: Ausstellungsansicht (Kopfrequisite vom gezeigten Video)

4: „Remembership“, 150 x 200cm, Öl auf Mischgewebe, 2018

5: links: „Forgetful Nest“, 150 x 200cm, Öl auf Mischgewebe, 2018; rechts: „Remembership“

6: „Learn to bear the Beams of Love“, 170 x 200cm, Öl auf Leinwand, 2018