Christine & Irene Hohenbüchler

Die Galerie Martin Janda zeigt Arbeiten von Christine und Irene Hohenbüchler, zitiert, sozusagen, aus den letzten paar Dekaden. Die beiden Künstlerinnen sind Zwillingsschwestern, von denen eine ursprünglich aus der Malerei kommt, die andere aus der Bildhauerei, und die seit den späten 8oer Jahren zusammenarbeiten. So wird im Zusammenhang mit ihrem Werk auch von „multipler Autorinnenschaft“ im psychoanalytischen Sinne gesprochen: Die Grenzen zwischen den Medien werden aufgelöst und verschwinden; das entstandene Werk selbst stellt zumeist lediglich das Resultat der im Vordergrund stehenden Denk- und Schaffensprozesse dar, die die beiden Schwestern oft in partizipatorischer Form gestalten.

Inhaltlich beschäftigen sich Christine und Irene Hohenbüchler, sehr knapp formuliert, mit Soziotopen und deren Mikroorganismen. Gleich im Eingangsbereich der Galerie stehen beispielsweise zwei Metallskulpturen, die eigentlich auf botanische Aquarelle des im 19. Jahrhundert lebenden Malers Moritz Michael Daffinger Bezug nehmen, die mich aber gleich an Weltraumstationen und Experimente, auf anderen Planeten zu überleben, erinnert haben - ein Eindruck, der durch die photographierten Naturansichten und Zeichnungen noch verstärkt wird. Wenngleich vielleicht unintendiert bekommt die Ausstellung für mich also auch einen leicht utopischen Charakter. Inhaltliche Verquickungen sind in Christine und Irene Hohenbüchlers Arbeiten aber grundsätzlich durchaus erwünscht.

Julia Maurer

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

Galerie Martin Janda
Eschenbachgasse 11
1010 Wien

 

http://www.martinjanda.at/de/ausstellungen/2018/6/191/christine-irene-hohenbuechler/

 

 

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