Leda Bourgogne, Jesse Darling, Kerstin von Gabain, Sophie Jung, Maria Lassnig, Alina Szapocznikow, Jala Wahid: Being Towards the World & Sophie Jung: After Hours

In der Galerie Sophie Tappeiner läuft gerade eine Ausstellung mit dem schönen Namen „Being Towards the World“. Super, dachte ich, gerade in der Zeit, in der man sich der Welt wieder annähert, sich in sie begibt und wieder ein bisschen mehr Licht und Luft an seine Haut lassen kann. Vorsichtig muss ich aber sagen, dass ich selber nicht ganz warm mit der Ausstellung geworden bin. Es geht zwar um (großteils abstrakte) Körperlichkeit, Häute und Membranen, auch um Verletzungen und Verletzlichkeit - für mich selbst blieb die Auswahl der einzelnen Werke aber im Kern dann doch zu diffus, was aber letzten Endes nichts heißt. Und beim erneuten Nachdenken kommt mir als spielerischer Gedanke die Idee, dass ja vielleicht genau dieses Gefühl des Nicht-Greifbaren das Ziel gewesen sein könnte? Als Mensch, der immer in und zu der Welt zugleich ist, und sich an dieser Diskrepanz abarbeitet und aufreibt?

 

Im Untergeschoß geht es weiter mit einer Photoserie von Sophie Thun. Für „After Hours“ hat sie sich nackt photographiert, und immer zwei Bilder zu amourösen Doppel-Selbstporträts verbunden, die von weiß ausgeschnittenen Händen gehalten werden. Vielleicht kann man die Photos als ironischen und humorvollen Kommentar auf die Anstrengungen der Welt der Selfie-Darstellungen und den damit einhergehenden, unverhohlenen Narzissmus verstehen. Ein bisschen ratlos bleibe ich allerdings schon zurück.

 

Julia Maurer

 

 

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

 

Galerie Sophie Tappeiner
An der Hülben 3
1010 Wien

 

 

www.sophietappeiner.com

 

 

 

 

Bildlegende:

Header: Jala Wahid, „Born and Buried in Baba Gurgur, 2018, microcrystalline wax, beeswax, MDF, 250 x 130 x 30cm

1-6: „Being Towards the World“ Galerie Sophie Tappeiner, 2019

1: im Vordergund: Jala Wahid, „Born and Buried in Baba Gurgur, 2018, microcrystalline wax, beeswax, MDF, 250 x 130 x 30cm; hinten: Alina Szapocznikow, „Untitled“, 1968, pencil on paper, 65 x 49,7cm, private collection, Graz.

2: links: Kerstin von Gabain, „Civilization and Monsters“, 2019, wax, vaseline, plaster, wood, oil paint, nails, dimensions variable; rechts: Sophie Jung, „Sewfpowtwaits as Seethers“, 2019, mesh, paint, plastic foil, page from a colouring book, clay, test tubes, black cling film, audio file, dimensions variable

3: Sophie Jung, „Frau Welt 1“, 2019, foam material, mirror floor, nails, black cling film, c-print photograph, photocopy, medium gloss, clay, audio file, headphone, dimensions variable

4:  Kerstin von Gabain, „Civilization and Monsters“, 2019, wax, vaseline, plaster, wood, oil paint, nails, dimensions variable

5: Ausstellungsansicht „Being Towards the World“. Galerie Sophie Tappeiner, 2019.

6: Leda Bourgogne, „Spilling Tree“, 2018, pantyhose, oil, ink on silk, 125,5 x 100 x 2cm

7, 8: Sophie Thun, „After Hours“, Galerie Sophie Tappeiner, 2019

7: Ausstellungsansicht, Sophie Thun, „After Hours“, Galerie Sophie Tappeiner, 2019

8: Sophie Thun, „Altstadt, 11.03.2019, ST“, 2019, contact print + photogram, silver gelatine print on baryta paper, unique, 40 x 30cm