Julia Maurer


hat an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Klasse für Abstraktion und an der Glasgow School of Art in Schottland studiert. Die Zeit in Glasgow war – trotz ihrer Kürze – prägend für sie, vor allem wegen eines Freiheitsgefühls, das sie in der Wiener Kunstszene so eigentlich vermisst. Sie lebt und arbeitet in Wien, mit kurzen Intermezzi in Niederbayern; stellt aus, wo es sich gerade ergibt; und hat einen Blog: www.juliamaurerblog.wordpress.com.

 

 

Wie hat es angefangen?

Eigentlich zufällig. Ich glaube eher, die Malerei hat mich gefunden, da ich ursprünglich Tontechnik studieren wollte. Aber ich bin wirklich froh, dass es dann nicht so gekommen ist, weil sich die bildende Kunst dann für mich als „die Sprache“ heraus gestellt hat, und als das Medium, in dem ich mich am freisten bewegen kann.



Was war ein bisheriges Highlight in deiner künstlerischen Laufbahn?

Das ist schwierig zu beantworten, weil es so viele gibt, und eine Wertung mir schwer fällt. Aber ich freue mich jedes Mal sehr und staune immer noch darüber, wenn Leute kommen, denen meine Bilder etwas sagen oder sie auf neue Ideen bringen.



Was würdest du als Tiefpunkt bezeichnen?

Es gibt immer Auf-und-Abs, und Phasen der Depression und Mutlosigkeit. Walter Obholzer, mein Professor an der Akademie, hat einmal gesagt, wenn man gar nicht mehr weiß, was man tun soll, soll man versuchen, sich aus der Vogelperspektive als kleines Mantschkerl zu sehen, das da unten hysterisch hin und her rennt. Das bringt einiges wieder in Relation.



Gibt es etwas, das du gerne ändern oder anders machen würdest?

Ich wäre gerne weniger schüchtern und bei Eröffnungen weniger aufgeregt und nervös.



Vorbilder, Einflüsse, Helden?

Für den Drang nach außen: Sergei Paradjanov. Ich kann mich an das genaue Zitat nicht mehr erinnern, aber irgendwo hat er geschrieben, bzw. wurde es übersetzt als „to torment people with creative delight“. Da ist viel enthalten, von dem ich finde, das man es braucht, in der Kunst. Abgesehen davon sind seine Filme und Collagen wahnsinnig schön.
Und für den Drang nach innen: Edvard Munch.
 




Vielen Dank!

Das Interview mit Julia Maurer führte Kiki Ludvik im September 2017.     




Bildlegende:

Julia Maurer, MEERJUNGFRAU, Ölpastell auf Papier, 118 x 78 cm
Julia Maurer, Spaziergänger mit kaltem Schatten, Öl auf Baumwolle, 15 x 10 cm