Schatten, Stein und Wind

Christine Reifenberger

 

Beim Sehsaal in der Zentagasse im 5. Bezirk handelt es sich um einen Projektraum, der gleichzeitig auch Kunstprojekt ist. Sehr knapp formuliert liegt der Schwerpunkt des Programms in weitest möglich gefassten Überlegungen zum Raumverständnis: künstlerisch, architektonisch, aber auch soziologisch und politisch

Derzeit zu sehen ist die Ausstellung „Schatten, Stein und Wind“ der in Köln lebenden Malerin Christine Reifenberger. Ihre Eitempera-auf-Papier-Arbeiten liegen teils wie zusammengesunken auf dem Boden, eines hängt schwebend vor einem Bild an der Wand und verschmilzt damit camouflageähnlich; andere wiederum erheben sich, um in verschiedenen Entfaltungszuständen an der Wand zu landen, manchmal mehr oder weniger leicht eingekrumpelt, manchmal glatt gestreckt. Die Werke bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Schwerelosig- und Stofflichkeit, haben etwas poetisch raues, wirken teils wie der Natur entnommene Strukturen, und sind eben doch durch Menschenhand entstanden. Vielleicht klingt das eigenartig, aber nach dem Besuch hatte ich ein bisschen das Gefühl, einen Spaziergang durch eine angenehm kühle, geläuterte Gegend gemacht zu haben.

Wer die Künstlerin persönlich kennen lernen will, hat dazu am 12.10. um 19h Gelegenheit, bei einem Werkstattgespräch: im Rahmen von entre – raum für experimentelle bildtheorie (ACHTUNG!! NICHT in der Zentagasse, aber in der Mariahilfer Straße 9, 1060 Wien!) sprechen Christine Reifenberger und Daniela Hölzl über „Shifting Baroque – Wandlungen von Farbe, Fläche und Skulptur“. Am gleichen Ort werden im Zuge des Gesprächs und danach noch bis 21.10. ausgewählte Arbeiten gezeigt.

Julia Maurer

 

 

Informationen zum Veranstaltungsort:

Sehsaal
Zentagasse 38
1050 Wien

 

http://sehsaal.at/

 

 

Bildlegende:

Ausstellungsansicht Christine Reifenberger, Schatten, Stein und Wind.